Aktueller Sonderfund

(c): Landesamt für Archäolgie Sachsen, Aufnahme: S. Pohl

Von Markscheidern und Setzkompass
Zum neuen besonderen Fund im MiBERZ

Um Grenzen im Bergwerk festzulegen, wird seit Jahrhunderten der Markscheider zu Rate gezogen. Die Berufsbezeichnung gibt es bis heute. An der TU Bergakademie Freiberg kann man den Studiengang „Markscheidewesen und angewandte Geodäsie“ belegen. Das Studium dauert 10 Semester. Daran sieht man leicht, dass dem Markscheider vielfältige Aufgaben erwarten.
In früheren Zeiten vermaß der Bergmeister die Grubenfelder. Mit den ersten Bergordnungen wurde der Markscheider dem Bergmeister unterstellt. Er übernahm nun die Bergvermessung und die Risswerksführung. Die Bezeichnung „Markscheider“ ist uralt und setzt sich zusammen aus „Mark“ für Grenze, Grundeigentum und „scheiden“ für trennen. Sie vermaßen Grenzen der Bergbauberechtigung, Hohlräume unter Tage und erfassten Lagerstätte. Damit konnten sie die bergbaulichen Aktivitäten in Karten und Rissen aufzeichnen. Außerdem konnte niemand die Ausdehnung der einzelnen Bergwerke in Frage stellen.
Zunächst brauchte der Markscheider eine spezielle Lampe, die ohne Eisen gefertigt war. Überhaupt durfte er nichts aus Eisen bei sich haben. Warum wohl?
Dazu kamen als Messinstrumente Lot, Gradbogen, Hängekompass und eine Lachterkette. Heute nennen wir das letztere Maßband.
Den Hängekompass benötigte er, um den Streichwinkel, d.h. den Horizontalwinkel zwischen magnetisch Nord und einer Messungslinie, zu bestimmen. Also der Setzkompass sitzt horizontal auf. Senkrecht dazu steht entlang der Nord – Süd – Achse eine Fläche. Dazwischen liegt die Längsachse der Schnittfläche der geologischen Struktur mit der Erdoberfläche. Der Bergmann nennt das Ausbiss. Ja, und den Winkel ermittelt der Markscheider mit Hilfe des Kompasses, um dann die Streichlinie zu bestimmen.
Der Vorläufer des Hängekompasses war der Setzkompass. Ein Setzkompass verfügte über eine Stundeneinteilung, war rechtsläufig und verlief von Nord nach Süd. Die Scheibe war in 2 x 12 Stunden eingeteilt. Jede Stunde entsprach 15 °. 

Passend zum aktuellen Sonderfund veranstalten wir im MiBERZ am 03. März von 10:00 bis 17:00 ein Kindermuseumstag.
Wir laden euch ein, gemeinsam die Welt zu vermessen. Nordet Euch ein! Vermesst in Lachtern und ermittelt die Quadratmeter! Versucht Euch daran, Risse und Karten zu zeichnen! Und entdeckt das MiBERZ! Damit das alles nicht so trocken daherkommt, gibt es eine leckere Limonade zu probieren.

Für Kinder ist an diesem Tag der Eintritt kostenfrei.